{"id":96,"date":"2011-05-29T17:44:11","date_gmt":"2011-05-29T16:44:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.walter-altvater.de\/?p=96"},"modified":"2011-05-29T17:44:11","modified_gmt":"2011-05-29T16:44:11","slug":"parcival-koenig-der-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.walter-altvater.de\/?p=96","title":{"rendered":"Parcival: K\u00f6nig der Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Eine neue Version kann heruntergeladen werden:<br \/>\n <a href='http:\/\/www.walter-altvater.de\/wordpress\/wp-content\/Myschkin_f0.46.pdf'>Myschkin_f0.46<\/a><br \/>\nDiese Version enth\u00e4lt ein neues Kapitel und diverse \u00c4nderungen querbeet.<br \/>\nDas neue Kapitel kann man auch hier lesen:<\/p>\n<p>Parcival: K\u00f6nig der Frauen<br \/>\nHinter manchen M\u00e4rchen und Sagen stecken l\u00e4ngst vergangene und vergessene gesellschaftlich Zust\u00e4nde. Sie sind der Widerhall verflossener Revolutionen und Konterrevolutionen.<br \/>\nDer Mythos vom Heiligen Gral und vom tumben Parcival, der sich erst bew\u00e4hren muss um dann Gralsk\u00f6nig und damit Herrscher \u00fcber Wales zu werden, ist eine solche Geschichte, die man nicht oft genug erz\u00e4hlen kann, weil sie wie ein fein geschliffener Stein in jeder Beleuchtung uns von anderen Welten erz\u00e4hlt.<br \/>\nDie Matriarchatsforscherin G\u00f6ttner-Abendroth versucht sich in \u201egeistiger Arch\u00e4ologie\u201c auf der Suche nach dem untergegangenen Matriarchat.<br \/>\nSo wie andere aus verf\u00e4rbter Erde Pfostenl\u00f6cher und aus Pfostenl\u00f6chern l\u00e4ngst verfallene H\u00fctten rekonstruieren, so rekonstruiert sie aus Geschichten und Geschichtchen untergegangene Kulte, Lebensgewohnheiten und Denkweisen.<br \/>\nWer ihr vorwirft, das sei doch \u201espekulativ\u201c, vergisst, dass die wenigen Knochen aus Neandertal sich auch nur durch h\u00f6chst spekulative Erg\u00e4nzungen zum ganzen Menschen formen.<br \/>\n\u201eSpekulieren\u201c bedeutet aus wenigen Andeutungen eine ganze Geschichte zu machen. Solche Geschichten m\u00fcssen nicht wahr sein, aber sie k\u00f6nnen uns entscheidend helfen uns der Wahrheit zu n\u00e4hern.<br \/>\nDie Geschichte, die uns G\u00f6ttner-Abendroth erz\u00e4hlt ist die Geschichte vom Gral, als einem Quell der Fruchtbarkeit, als einem heiligen weiblichen Scho\u00df. Die Gralsherrschaft ist bedroht durch m\u00e4nnliches Dominanzstreben, durch einen neuen Typ von Krieg und Krieger, der durch seine Machtgier alle Quellen der Fruchtbarkeit, bei den Frauen und in der Natur zum Versiegen bringt, weil sowohl Natur als auch Frau zwar vergewaltigt werden k\u00f6nnen, aber ihre gro\u00dfartige Leben schaffende T\u00e4tigkeit ist nicht erzwingbar, so dass zur Strafe die Natur verdorrt und die Frauen unfruchtbar werden. Der Gral verschwindet aus der Welt, wenn  man ihm nicht in der rechten Weise dient und Frauen und Natur verehrt.<br \/>\nParcivals Vater stirbt nicht in fernen L\u00e4ndern \u201eim Dienst der Frauen\u201c wie bei Eschenbach, sondern bei der Verteidigung des Grals.<br \/>\nDie Welt, die er verteidigt, ist eine Welt des Wohlstands und des Wohlergehens, der Freude am eigenen K\u00f6rper und seiner Lust.<br \/>\nDie Welt der Keltenkrieger, der er unterliegt, die Welt des K\u00f6nig Ither, des roten Ritters, ist eine Welt des Machtstrebens und der Gier. Wobei diese Gier zur Folge hat, dass man das Leben verfehlt und vers\u00e4umt, weil man stattdessen den Tod im Gep\u00e4ck hat.<br \/>\nAls ?? stirbt zieht sich die K\u00f6nigin Herzeleide in die Einsamkeit zu zur\u00fcck um dort ihren Sohn auf die Welt zu bringen. Er soll nicht von den siegreichen Kelten zu einem Keltenkrieger, zu einem Unhold, erzogen werden.<br \/>\nSchlie\u00dflich geht er hinaus in die Welt und r\u00e4cht, ohne dass er weiss was er tut, seinen Vater.<br \/>\nEr wird zum schlie\u00dflich zum guten Krieger.<br \/>\nVorher ist er aber in der Gefahr ein Gefolgsmann des Kelten-K\u00f6nigs Arthur zu werden und damit ein Verr\u00e4ter seines Volkes.<br \/>\nAm Ende rettet der gute Krieger Parcival den Gral und das Gralsvolk.<br \/>\nProblematisch an dieser Erz\u00e4hlung ist die Figur des \u201eguten Kriegers\u201c.<br \/>\nSie verbreitet die Illusion, als sei es m\u00f6glich einerseits ein guter Krieger und damit ein guter M\u00f6rder und Totschl\u00e4ger zu sein, andererseits aber Liebe und Z\u00e4rtlichkeit zu sch\u00fctzen und zu leben.<br \/>\nGleichzeitig weiss nicht nur G\u00f6ttner-Abendroth, sondern auch dem alten Mythos ist dieses Wissen eingeschrieben, dass diese Gleichzeitigkeit des Unvereinbaren eine Illusion ist.<br \/>\nSch\u00f6nf\u00e4rberisch heissen solche Illusionen auch oft Ideal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Version kann heruntergeladen werden: Myschkin_f0.46 Diese Version enth\u00e4lt ein neues Kapitel und diverse \u00c4nderungen querbeet. 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