{"id":52,"date":"2010-12-25T17:27:40","date_gmt":"2010-12-25T15:27:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.walter-altvater.de\/?p=52"},"modified":"2011-02-11T07:46:50","modified_gmt":"2011-02-11T06:46:50","slug":"nietzsches-hass-auf-die-idioten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.walter-altvater.de\/?p=52","title":{"rendered":"Nietzsches Hass auf die \u201eIdioten\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das n\u00e4chste Kapitel ist fertig.<br \/>\nDer ganze Text kann unter <a href='http:\/\/www.walter-altvater.de\/wordpress\/wp-content\/Myschkin_f0.42.pdf'>Myschkin_f0.42<\/a><br \/>\ngeladen werden.<\/p>\n<p>Das neue Kapitel:<br \/>\nMancher behauptet von sich, er sei ein grosser Denker, dabei hat er doch nur ein grosses Maul.<br \/>\nUnter diesen Maulhelden ist Nietzsche zweifellos der Gr\u00f6sste.<br \/>\n\u201eMan mu\u00df rechtschaffen sein in geistigen Dingen bis zur H\u00e4rte, um auch nur meinen Ernst, meine Leidenschaft auszuhalten. Man mu\u00df ge\u00fcbt sein, auf Bergen zu leben \u2013 das erb\u00e4rmliche Zeitgeschw\u00e4tz von Politik und V\u00f6lker-Selbstsucht unter sich zu sehn. Man mu\u00df gleichg\u00fcltig geworden sein, man mu\u00df nie fragen, ob die Wahrheit n\u00fctzt, ob sie einem Verh\u00e4ngnis wird&#8230; Eine Vorliebe der St\u00e4rke f\u00fcr Fragen, zu denen niemand heute den Mut hat; der Mut zum Verbotenen; die Vorherbestimmung zum Labyrinth. Eine Erfahrung aus sieben Einsamkeiten. Neue Ohren f\u00fcr neue Musik. Neue Augen f\u00fcr das Fernste. Ein neues Gewissen f\u00fcr bisher stumm gebliebene Wahrheiten. Und der Wille zur \u00d6konomie gro\u00dfen Stils: seine Kraft, seine Begeisterung beisammenbehalten&#8230; Die Ehrfurcht vor sich; die Liebe zu sich; die unbedingte Freiheit gegen sich&#8230; Wohlan! Das allein sind meine Leser, meine rechten Leser, meine vorherbestimmten Leser: was liegt am Rest? \u2013 Der Rest ist blo\u00df die Menschheit. \u2013 Man mu\u00df der Menschheit \u00fcberlegen sein durch Kraft, durch H\u00f6he der Seele \u2013 durch Verachtung&#8230;\u201c<br \/>\nhttp:\/\/www.zeno.org\/Philosophie\/M\/Nietzsche,+Friedrich\/Der+Antichrist\/Vorwort<\/p>\n<p>Welche Grossm\u00e4uligkeit und Schlitzohrigkeit zugleich. Es ist der alte Trick der betr\u00fcgerischen Schneider vom dem uns Andersen in \u201eDes Kaisers neue Kleider\u201c erz\u00e4hlt: Wenn ihr mich versteht seid ihr besonders intelligent. Dieser Trick zieht immer, denn die Zahl der Dummk\u00f6pfe die zur \u201egeistigen Elite\u201c gez\u00e4hlt werden wollen, obwohl es ihnen an allem mangelt, vor allem an Verstand und Vernunft, ist speziell in Deutschland sehr gross.<br \/>\nAber gerade wenn man kein Kindskopf ist, muss man eigentlich sehen, dass der Kaiser splitterfasernackt ist.<br \/>\n\u201e2<br \/>\nWas ist gut? \u2013 Alles, was das Gef\u00fchl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erh\u00f6ht.<br \/>\nWas ist schlecht? \u2013 Alles, was aus der Schw\u00e4che stammt.<br \/>\nWas ist Gl\u00fcck? \u2013 Das Gef\u00fchl davon, da\u00df die Macht w\u00e4chst \u2013 da\u00df ein Widerstand \u00fcberwunden wird.<br \/>\nNicht Zufriedenheit, sondern mehr Macht; nicht Friede \u00fcberhaupt [1166] sondern Krieg; nicht Tugend, sondern T\u00fcchtigkeit (Tugend im Renaissance-Stile, virt\u00f9, moralinfreie Tugend).<br \/>\nDie Schwachen und Mi\u00dfratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.<br \/>\nWas ist sch\u00e4dlicher als irgendein Laster? \u2013 Das Mitleiden der Tat mit allen Mi\u00dfratnen und Schwachen \u2013 das Christentum&#8230;\u201c<br \/>\nhttp:\/\/www.zeno.org\/Philosophie\/M\/Nietzsche+Friedrich\/Der+Antichrist\/1-10<br \/>\nDieses Geschw\u00e4tz ist hochgradig gef\u00e4hrlich f\u00fcr jeden und jede die wir einmal Momente der Schw\u00e4che erleben k\u00f6nnen. \u201eDie Schwachen und Mi\u00dfratenen sollen zugrunde gehen&#8230;.Und man soll ihnen noch dazu helfen.\u201c<br \/>\nAls Idiot muss man wissen was das heisst. Und niemand kann sagen, Hitler habe Nietzsche missverstanden, als er folgenden \u201eF\u00fchrerbefehl\u201c nachtr\u00e4glich auf den 1.9.1939 datierte:<br \/>\n\u201eReichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender \u00c4rzte so zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gew\u00e4hrt werden kann.\u201c<br \/>\nhttp:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Aktion_T4<br \/>\nEs ist genau das, was Nietzsche fordert:<br \/>\n\u201eDie Schwachen und Mi\u00dfratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.\u201c<br \/>\nDas er selbst in Wirklichkeit ein \u201eSchwacher und Mi\u00dfratener\u201c war, macht dabei nichts besser.<br \/>\nNun h\u00f6rt man oft und oft zurecht, dass Philosphen nicht f\u00fcr Verbrechen, die aus falschen Gedanken resultieren, verantwortlich gemacht werden d\u00fcrfen.<br \/>\nHegel, beispielsweise, hat mit seiner \u201edialektischen Logik\u201c den Boden bereitet f\u00fcr Stalinsche Willk\u00fcr.<br \/>\nSeiner Methode der These-Antithese-Synthese wohnt von Haus aus Willk\u00fcr und Beliebigkeit inne. D.h. seine Methode die Beschr\u00e4nktheit blossen logischen Denkens zu \u00fcberwinden, ersetzte die Beschr\u00e4nktheit durch Beliebigkeit.<br \/>\nDie Menschen die Opfer eines \u201edialektischen\u201c Rechtssystems wurden, bekamen diese Beliebigkeit zu sp\u00fcren.<br \/>\nAllerdings hat Hegel gross gedacht und gross geirrt.<br \/>\nUnd er hat nie zum Massenmord aufgerufen oder ihn gebilligt.<br \/>\nAndere haben seine Denkfehler missbraucht und damit Massenmorde gerechtfertigt.<br \/>\nNietzsche kann man nicht missverstehen. Sein Mordaufruf ist umiss\u00adverst\u00e4ndlich. Und die Euthanasie-Politik der Nazis ist daraus eine zwingende logische Konsequenz.<br \/>\nNun goutieren viele ja Nietzsche und den \u201eAntichristen\u201c wegen seiner Religionskritik: Nietzsche, der Tabubrecher, Nietzsche, der endlich sagt, was schon lange mal gesagt werden musste !<br \/>\nNur was sagt er denn ?<br \/>\nEr wiederholt die einmal gefundene Formel wonach Mitleid angeblich Schw\u00e4che sein soll bis zum Erbrechen und \u00fcbergiesst das ganze dann mit einer stinkenden Jauche aus Antisemitismus, den er aus den allertr\u00fcbsten Quellen seiner Zeit sch\u00f6pft.<br \/>\n\u00dcberhaupt beweist sein R\u00e4sonieren z.B. \u00fcber den Budhismus vor allem eins:<br \/>\nDen Mangel jeder ernst zu nehmenden Kenntnis.<br \/>\nOder was soll man sonst zu folgender Sentenz sagen:<br \/>\n\u201eDie Voraussetzung f\u00fcr den Buddhismus ist ein sehr mildes Klima..\u201c Wo ? In Sri Lanka oder eher im tibetischen Hochland ?<br \/>\nDas Verdikt, dass er \u00fcber das Christentum spricht, bekommt Epikur und bekommen die Epikureer genauso ab.<br \/>\nAlles was nicht den Maximen unter Absatz 2 folgt ist schlecht. Alles was mitleiden kennt, wird verdammt.<br \/>\nAbsatz 2 ist gewisserma\u00dfen das Nietzsche Glaubensbekenntnis, sein \u201eVater unser..\u201c.<br \/>\nEs dies ein Bekenntnis der Dummheit und zur Dummheit, denn die F\u00e4higkeit zum Mitleiden ist die Grundlage jeder Intelligenz sozialer Tiere.<br \/>\nSelbst wenn man ber\u00fccksichtigt, dass Nietzsche alles was wir heute \u00fcber Spiegelneuronen wissen, zu seiner Zeit nicht wissen konnte, spricht trotzdem die tiefste Nacht der Unkenntnis aus dieser Sentenz:<br \/>\n\u201eWas ist sch\u00e4dlicher als irgendein Laster? \u2013 Das Mitleiden der Tat mit allen Mi\u00dfratnen und Schwachen \u2013 das Christentum&#8230;\u201c.<br \/>\nDass er \u201eMitleiden\u201c so umstandslos mit Christentum gleichsetzt, ehrt die Christen. Ob sie dieses Lob immer verdient haben, sei dahin gestellt.<br \/>\nFakt ist: Unsere F\u00e4higkeit in die Haut unserer Mitmenschen zu schl\u00fcpfen zu k\u00f6nnen, ist die unentbehrliche Basis jeglicher Intelligenz. Wer diese F\u00e4higkeit in sich t\u00f6tet, t\u00f6tet seine Vernunft und seinen Verstand.<br \/>\nWeil das so ist, deswegen ist Gl\u00fcck auch nicht  \u201edas Gef\u00fchl davon, da\u00df die Macht w\u00e4chst\u201c. Gl\u00fcck ist, wenn ich liebe und geliebt werde. Und Liebe ist, wenn ich meine Freuden und meine Freundlichkeit mit Anderen teilen kann und sie sich dadurch vermehren.<br \/>\n\u00dcberhaupt die Macht, sie ist ihm sein Ein und Alles:<br \/>\n\u201eWas ist gut? \u2013 Alles, was das Gef\u00fchl der Macht, den Willen zur Macht, die Macht selbst im Menschen erh\u00f6ht.\u201c<br \/>\nNietzsche vergisst, dass die Macht des Anderen \u00fcber mich meine Ohnmacht ist.<br \/>\nNat\u00fcrlich tr\u00e4umt er stattdessen von der Ohnmacht der Anderen.<br \/>\nEr h\u00e4tte aber besser, statt zu tr\u00e4umen und Kant einen \u201eIdioten\u201c zu nennen, dessen kategorischen Imperativ studiert. Vielleicht h\u00e4tte er dann begriffen, dass in einer Gesellschaft, in der alle die Macht f\u00fcr sich und die Ohnmacht der Anderen wollen, am Schluss alle gleich ohnm\u00e4chtig sind.<br \/>\nWer selber frei sein und bleiben will, darf Sklaverei nicht dulden.<br \/>\nWer Sklaverei lobpreist, wie unser angeblich grosser Denker, schmiedet an seinen eigenen Ketten.<br \/>\nSo hasst Nietzsche also den Idioten Kant und den Idioten Jesus, hasst Epikur und den \u201eBauer\u201c Luther, wir aber, Idioten von Geburt an, f\u00fchlen uns wohl in dieser ehrenwerten Gesellschaft und sind stolz darauf Idioten geheissen zu werden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das n\u00e4chste Kapitel ist fertig. Der ganze Text kann unter Myschkin_f0.42 geladen werden. Das neue Kapitel: Mancher behauptet von sich, er sei ein grosser Denker, dabei hat er doch nur ein grosses Maul. 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